Frau boxt Mann
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Streiten will gelernt sein

25.09.2019

Spätestens nach der Verliebtheitsphase lernen sich Liebespartner als Konfliktpartner kennen. Beziehungen bieten jede Menge Reibungspotenzial, weil zwei unterschiedliche Menschen mit ihren Charaktereigenschaften, Erfahrungen, Bedürfnissen und Konfliktmustern aufeinander treffen.

Die entscheidende Frage lautet nicht ob, sondern wie miteinander gestritten und Konflikte gelöst werden. Ein gelungenes Streitgespräch erkennen Sie daran, ob Sie sich am Ende besser fühlen als zu Beginn der Auseinandersetzung.

Folgende Streit-Tipps begünstigen eine faire Streitkultur:
Achten Sie auf eine wohlwollende Haltung! Denken Sie daran, dass Sie einander gut sind. Sehen Sie einander als Freunde, selbst wenn Sie sich gerade übereinander geärgert haben. Eine vertrauensvolle Grundhaltung ist die halbe Miete, wenn dicke Luft herrscht. Sagen Sie beispielsweise: „Gerade weil mir an unserer Liebe liegt, muss ich ansprechen, was nicht angenehm ist.“

Verzichten Sie auf Machtkämpfe! Tanzen Sie im Konflikt nicht nach der Melodie „Wer setzt sich durch und hat Recht?“ Wo einer gewinnt, bleibt der andere als Verlierer zurück. Sprechen Sie über Konfliktlösungen, bei der beide gewinnen und die der Partnerschaft nützen! Konzentrieren Sie sich auf Lösungen, statt endlos um Probleme zu kreisen!

Streiten Sie nicht einfach drauf los! Hitzige Wortgefechte lassen sich zwar nicht planen, aber achten Sie auf einen hilfreichen Streitrahmen. Dazu gehören ein ungestörter Ort und genügend Zeit, um sich auszusprechen. Fragen Sie, ob der andere offen für ein Gespräch ist, statt loszupoltern. Ist im Streit ein Punkt erreicht, an dem es nur noch verletzend wird, sagen Sie „Stopp!“ und vertagen Ihr Gespräch. Sie können sich zum Beispiel die „gelbe Karte“ zeigen, wenn der Ton an Schärfe gewinnt.

Seien Sie ehrlich! Jeder darf und soll ansprechen, was auf den Nägeln brennt. Lassen Sie einander teilhaben, was Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse und Kränkungen angeht. Nur wenn Sie wirklich voneinander wissen, wissen Sie auch, wo Sie miteinander dran sind.

Jedes Problem ist ein gemeinsames Problem. Die Haltung: „Du hast ein Problem. Löse es, und alles ist wieder zwischen uns gut!“ führt in die Sackgasse. In Wahrheit ist jedes Problem in der Partnerschaft immer ein gemeinsames Problem. Es hat mit beiden zu tun, geht beide an und häufig kann es einer alleine gar nicht lösen.

Feiern Sie fröhlich Versöhnung! Liebende leben davon, sich immer wieder zu verzeihen. Wer erlittene Verletzungen dauerhaft nachträgt, macht sich selbst und der Beziehung das Leben schwer. Wenn es Ihnen gelingt, auszuräumen, was zwischen Ihnen steht, ist der Weg zu echter Versöhnung frei. Vergessen Sie nicht, kleine Neuanfänge zu feiern.

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Matthias Hipler

Autor:
Matthias Hipler begleitet und unterstützt mit seiner über 20-jährigen Erfahrung als Therapeut und Coach Menschen in ihren persönlichen Herausforderungen.
https://www.psychotherapie-hipler.de/

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