Rückenansicht
Wachstumsstörung der Wirbelsäule

24.11.2016

Foto: © Fotolia.com/drubig-photo

Eine Skoliose ist eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule. Von hinten betrachtet ist die Wirbelsäule normalerweise gerade, bei einer Skoliose ist sie seitlich verbogen. Je nach Form erkennt man ein oder mehrere Bögen.

Mädchen sind von der Skoliose 4 bis 5 mal häufiger betroffen als Jungen. Der einfachste Weg, eine Skoliose festzustellen, ist der sogenannte Vorneigetest. Dabei müssen beide Füße nebeneinanderstehen, die Knie durchgestreckt sein und der Oberkörper langsam nach vorn gebeugt werden.

Wenn nun die rechte oder linke Seite des Brustkorbs höher steht, ist dies ein Zeichen für eine Skoliose. Wird eine Skoliose festgestellt und ist die Krümmung bereits auf über 20° fortgeschritten, wird meistens ein Korsett verordnet. Ein Korsett ist ein orthopädisches Hilfsmittel. Dieses wird individuell für jeden Patienten von einem Orthopädietechniker angefertigt. Durch Druckzonen wird die Wirbelsäule entdreht und aufgerichtet. In vielen Fällen wird die Verkrümmung durch das Korsett sogar verbessert.

Die Skoliose kann auch sehr gut durch Physiotherapie behandelt werden. Eine sehr gute Methode ist die Krankengymnastik nach Katharina Schroth. Hierbei handelt es sich um eine Übungstechnik, mit der die Wirbelsäule aufgerichtet und entdreht werden soll. Der Patient erlernt hier eine bestimmte Atemtechnik. Es gibt Physiotherapien, die speziell nach K. Schroth therapieren, und zwei spezielle Kliniken, in der man intensiv diese Therapie erlernen kann.

Ist die Skoliose auf über 50° Verkrümmung fortgeschritten, kann man sie auch operativ behandeln. Dabei wird ein Teil der Wirbelsäule versteift. Wenn die Skoliose frühzeitig erkannt wird, sollte man immer versuchen, sie konservativ zu behandeln. Schauen Sie daher regelmäßig auf den Rücken Ihrer Kinder!

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Mark Ullmann

Autor:
Mark Ullmann ist Physiotherapeut mit Fachgebiet der speziellen Skoliose Therapie nach Katharina Schroth in Gelnhausen
https://www.physio-ullmann.de/

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