Vater trägt Sohn auf Schultern während er arbeitet

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Karrierecoaching – Resilienz in der Krise

03.02.2021

In meiner Beratungspraxis ist immer häufiger „Resilienz“ das Thema, da gerade für junge Familien der erneute Lockdown mit Schließung der Schulen und Kitas zu einer echten Belastungsprobe wird.

Zudem hängt über vielen die Angst, in naher Zukunft arbeitslos zu werden oder sind es vielleicht schon.
Immer wieder kommt die Frage: „Wie werde ich meinem Arbeitgeber und meinen Kindern gerecht?“, „Stehe ich das durch oder bin ich Burn-out-gefährdet?“, „Kann ich etwas für meine Resilienz, meine psychische Widerstandskraft, tun?“

Das Gute gleich vorweg: Grundsätzlich wachsen wir an Hindernissen, und Resilienz ist keine Eigenschaft, die man hat oder nicht hat, denn man kann etwas für die eigene Widerstandskraft tun. Wenn es um Resilienz geht, gibt es verschiedene Eigenschaften, die die Belastbarkeit in schwierigen Situationen stärken:

1. Optimismus
Optimisten glauben an ihre Fähigkeiten, dass sie die Hindernisse und Schwierigkeiten, die sie zu bewältigen haben, meistern werden. Ihre Zuversicht schenkt ihnen Motivation und Energie. Deshalb leiden sie auch seltener unter Stress. Der Dalai Lama sagt: „Unser schlimmster Feind ist der Pessimismus.“
Tipp: Blenden Sie ganz bewusst negative Gedanken aus und nutzen Sie jede Gelegenheit, um an Dinge zu denken, für die Sie dankbar sind. Freuen Sie sich vor allem täglich über das, was Sie bewältigt haben! Insbesondere auch, wenn es Ihnen mal nicht so gut geht. Statt zu hadern, was Sie nicht geschafft haben, freuen Sie sich auch über Selbstverständliches. Sie können eine Liste führen, in die Sie jeden Abend drei Dinge eintragen, die Sie bewältigt haben.

2. Akzeptanz/Realismus
Dinge und Situationen, die ich nicht ändern kann, akzeptiere ich und nehme sie an. Um bei einem aktuellen Beispiel zu bleiben: Wenn mein Kind die Onlinekonferenz stört, akzeptiere ich das und nehme es gelassen. Kunden oder Vorgesetzte, die dafür im Moment kein Verständnis haben, fehlt es an Empathie.
Tipp: Lassen Sie Vergangenes los und versuchen Sie sich optimistisch auf die Zukunft zu konzentrieren. Welche Stärken werde ich durch die Bewältigung der Hindernisse entwickeln? Was kann ich aus der Situation lernen?

3. Lösungsorientiertes Denken
Um Probleme zu bewältigen, braucht man Lösungen. Im ersten Schritt ist dabei Kreativität und für alles offen zu sein wichtig, um möglichst viele Lösungen zu finden. Im zweiten Schritt schaut man, was realistisch machbar ist, formuliert klare Ziele und sucht nach geeigneten Wegen. Klingt einfach, ist es aber leider nicht immer.
Tipp: Kommen Sie mit einer Strategie nicht weiter, versuchen Sie eine andere. Viele Wege führen nach Rom. Und hadern Sie nicht, wenn Sie Ihr Ziel nicht immer gleich erreichen.

4. Handlungsorientierung
Wer in seinem Problem verharrt, fühlt sich immer in einer Opferrolle und läuft Gefahr, nur noch problemorientiert zu denken. Das steht im Widerspruch zum lösungsorientierten Denken.
Tipp: Kleine Schritte reichen. Geben Sie nicht gleich auf, auch wenn es mal zu einem Rückschritt kommt. Und denken Sie immer optimistisch und freuen Sie sich vor allem auch über kleine Fortschritte!

5. Selbstbewusstsein
Selbstbewusstsein hat, wer an seine Fähigkeiten glaubt! Selbstbewusstsein gewinnt man mit einer optimistischen Grundeinstellung und einem geschärften Blick auf die eigenen Ressourcen.
Tipp: Vergleichen Sie sich nicht mit anderen! Der dänische Philosoph Kierkegaard sagte schon: „Der Vergleich ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“

6. Gefühlsstabilität
Extreme Gefühle wie Wut und Trauer kosten sehr viel Energie – insbesondere Trauer. Verschiedene Entspannungstechniken können hier helfen.
Tipp: Bleiben Sie auch hier nachsichtig mit sich und versuchen Sie verschiedene Wege. Holen Sie sich vor allem auch Hilfe von außen. Bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft.

7. Soziale Kontakte pflegen
Dieser Punkt ist im Moment besonders schwierig. Extrovertierte leiden zurzeit ganz besonders unter den Kontaktbeschränkungen. Zudem ist es fast unmöglich, sich Hilfe zum Beispiel durch die Großeltern, Freunde oder einen Babysitter zu holen.
Tipp: Auch wenn es ein persönliches Treffen nicht ersetzt und man sich abends nach einigen Onlinemeetings schwer tut, wieder vor den PC zu setzen, ein Austausch mit den Liebsten, ganz gemütlich auf dem Sofa per Video am Handy oder am Bildschirm kann auch sehr lustig sein. Zudem kann man so auch Kontakte mit denen aufleben lassen, die nicht in der Nähe wohnen.

Wie immer wünsche ich Ihnen alles Gute für Ihre berufliche Zufriedenheit – egal ob mit oder ohne Karrierecoaching.

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Carola Menzel-Kolb

Autorin:
Carola Menzel-Kolb ist Karriereberaterin und Coach in Gründau und immer mit vollem Herzen dabei!
https://www.mkk-coaching.de/

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