Familie am Meer

Foto: © Fotolia.com/bluraz

(Fern)Reisen mit Kindern

28.01.2016

Einfach Koffer packen und los! Fernreisen sind wirklich einfach geworden, aber einige gedankliche Vorbereitungen bei Reisen mit Kindern sind nach wie vor angebracht. Von medizinscher Seite hier einige Stichpunkte:

Planung und Vorbereitung
• Sind Reisezeit/-art/-ort/-dauer dem Alter des Kindes entsprechend gut gewählt?
• Ist der allgemeine Impfstatus komplett, sind spezielle Impfungen erforderlich?
• Werden neben der Reiseapotheke andere Medikamente benötigt (Malariaprophylaxe)?

Tropenreisen sollten erst ab dem 2. Lebensjahr unternommen werden. Reisen in Länder, für die spezielle Impfungen oder eine Malariaprophylaxe notwendig sind, sollten frühestens ab dem 3. Lebensjahr (in Gebiete mit Malaria tropica laut WHO: erst ab 6. Lj.) unternommen werden. Nicht vergessen sollte man, dass neben Malaria in diesen Gebieten regelmäßig auch andere Tropenkrankheiten vorkommen!

Allgemeines
Unter veränderten klimatischen Bedingungen sind Kinder nicht so belastbar, wie man es gewohnt ist. Es ist daher ­neben einer angepassten Tourenplanung ­auch notwendig, immer etwas zu Essen und vor allem zu Trinken in erreichbarer Nähe zu haben. Das Risiko für Hitzeschäden ist erhöht (Hitzschlag / Sonnenstich). Für den Winter gilt Vergleichbares aufgrund der verminderten Kältetoleranz. Vorsicht ist ebenfalls geboten in Gebieten mit starkem Wind. Aufgrund geringer Hautdicke erfolgt bei Kindern ein rasches Auskühlen und Austrocknen. Dies gilt für zum Beispiel auch für Schiffsreisen und Segeltörns.

Allgemeine Vorsorgemaßnahmen
• Sonnenschutz (Sommer wie Winter)
• Adäquate Kleidung, evtl. Kleidung mit UV-Filter, evtl. Sonnenbrille, Hut/Mütze, richtiges Schuhwerk
• Mückenschutzmittel  (Anmerkung: erst Sonnenschutz, dann Mückenschutz auftragen)
• „Warm-Pack“ (für den Winterurlaub)
• Reiseapotheke
• Schmerz-Fieber-Medikament
• abschwellende Nasentropfen
• juckreizstillende Creme (nach Insektenstich)
• Pflaster, Verbandsmaterial
• Evtl.: Medikament gegen Erbrechen
• Pulver zur Herstellung einer Elektrolytlösung
• Antibiotikum (zum Einnehmen und evtl. als Creme)
• Spray gegen Insekten

Reiseerkrankungen
Durchfall ist die häufigste Infektionskrankheit bei Reisen, vor allem bei Reisen in den „Süden“. Besonders gefährlich ist die Kombination mit Erbrechen, da hier ein rascher Flüssigkeitsverlust mit Austrocknung droht. Mögliche Medikamente sind ein Elektrolytpulver und ein Mittel gegen Erbrechen.

Verschiedenes

Insektenstiche:
Sie sind nicht gänzlich zu vermeiden. Richtige Kleidung, ein Moskitonetz u.ä. können die Stichhäufigkeit jedoch deutlich reduzieren.
• Maßnahmen nach einem Stich: Kühlung, Essig- oder Alkoholumschläge, Antihistamin-Gel, Cortisoncreme, Antibiotikacreme

Allgemeines Vorgehen in Bezug auf Gifttiere:
Vorab Erkundigungen einziehen. Was erwartet mich? Auf adäquate Kleidung (Schuhwerk usw.) achten!
• Ggf. Kleidung vor dem Anziehen inspizieren!
• Nicht in Höhlen/unter Steine greifen ohne direkte Sicht!
• Nach erfolgtem Biss/Stich: Versuchen das Tier zu fotografieren oder sich zumindest das Aussehen genau einzuprägen.

Umgang mit Medikamenten
Wichtige Medikamente usw. immer ins Handgepäck nehmen (bei Flug meist Zertifikat von Kinder-/Hausarzt notwendig) oder die Packung auf verschiedene Gepäckstücke aufteilen. Denken Sie daran, dass Zäpfchen bei Temperaturen über 30 Grad Celsius schmelzen!

Umgang mit Babynahrung
Überlegen Sie, ob die Mitnahme von Babynahrung sinnvoll und möglich ist. Selbst bei gleicher Firma und Bezeichnung sind im Ausland erhältliche Produkte nicht immer inhaltsidentisch mit denen in Deutschland.

Formalien
• An Krankenversicherungsmodalitäten für das Reiseland denken
• Ist ein Krankenrücktransport nach Hause eine (notwendige) Option?
• Impfpässe/Notfall-/Allergieausweise evtl. besser nur in Kopie mitnehmen.
• Reisedokumente entsprechend den Bestimmungen des Ziellandes rechtzeitig auf Gültigkeit überprüfen.

Anzeige

Anzeige der Honigmond Manufaktur

Anzeige

Anfassen erlaubt!

Anfassen erlaubt!

Das Frankfurter EXPERIMINTA ScienceCenter ist ein Zentrum des Wissens und des Lernens,
in dem große und kleine Besucherinnen und Besucher Ausstellungsstücke anfassen und an allen Stationen auch selbst experimentieren dürfen.

Dr. med. Bruno A. Wegerich

Autor:
Dr. med. Bruno A. Wegerich ist Arzt für Kinder- und Jugendmedizin in Nidderau. Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern.
https://www.eutopos-kinderarzt.com/

Weitere interessante Beiträge für dich:

Kinderoptometrie: Was ist das?

Kinderoptometrie: Was ist das?

Das Sehen ist ein komplexer Entwicklungsprozess und beginnt mit der Geburt. Er dauert an bis zum Schuleintritt und weit darüber hinaus und ist mitunter sehr störanfällig.

Pin It on Pinterest

Share This