Menschengruppe die nach Fossilien sucht

Foto: © Grube Messel

Grube Messel – Ur-Säugetiere & Co. ganz nah

29.03.2017

Nördlich von Darmstadt liegt die berühmte Grube Messel mit dem modernen Besucherzentrum „Zeit und Messel Welten“.

Die Grube Messel gehört zum UNESCO-Welterbe und das aus gutem Grund: Wissenschaftler finden im dortigen Ölschiefer immer wieder gut erhaltene Fossilien. Über diese versteinerten Zeugen erfahren interessierte Besucher im Besucherzentrum und auf Führungen Spannendes über längst vergangene Zeiten. Wir sprechen mit Yvonne Roeper, einer Tourenbegleiterin für Familien bei der Grube Messel.

Ein Besuch in der Grube Messel ermöglicht einen Blick in die ferne Vergangenheit. Über welche erdgeschichtliche Epoche geben die Ölschieferfunde Auskunft?
Die Fossilien der Grube Messel sind alle rund 48 Millionen Jahre alt. Erdgeschichtlich befinden wir uns also im „Eozän“, der Zeit der Morgenröte. In dieser Zeit kam es zu einer starken Weiterentwicklung der Säugetiere.

Der spektakulärste Fund war sicherlich das bekannte Messeler Urpferdchen – was ist so besonders daran?
Die Pferde waren am Anfang ihrer Entwicklung nur etwa so groß wie ein Schäferhund. So auch die Urpferde der Grube Messel. Andere Unterschiede zu ihren heutigen Verwandten sind ihre Fußzehen und das Gebiss. Damit geben sie uns wertvolle Hinweise über ihren damaligen Lebensraum.
Wie zahlreiche weitere Fossilien in der Grube Messel zeichnen sich die Urpferde durch einen einzigartigen Erhaltungszustand aus. So ist bei einigen Exemplaren der Magen-Darm-Inhalt überliefert und sogar eine schwangere Stute wurde gefunden.

Welche speziellen Angebote haben Sie für Familien mit Kindern?
Unser Angebot für Familien haben wir in den letzten Jahren weiter ausgebaut. Von April bis Ende Oktober bieten wir eine Familienführung in die Grube Messel an. Sehr beliebt sind auch unser Ferienprogramm „Grube Messel Junior Lotse“ und unser Kindergeburtstagsprogramm. Seit diesem Jahr haben wir in den Wintermonaten (Januar-März/November-Dezember) zusätzlich eine Erlebnis- und Spielezeit im Programm – eine Mischung aus einer Führung in die Grube Messel und einem interaktiven Quizspiel. Auf unsere jüngsten Gäste wartet eine Vorlesestunde, die erste Einblicke in die Themen der Grube Messel gibt.

Gibt es ein Mindestalter für Nachwuchs-Paläontologen?
Unser kostenloses Vorlese-Programm haben wir für Kinder von 4 bis 6 Jahren entwickelt. Kostenpflichtig sind unter anderem unsere Familienführung für Kinder von 6 bis 10 Jahren und das Junior-Lotsen-Programm, welches sich an junge Forscher zwischen 8 und 12 Jahren richtet.

Ist es möglich, selbst nach Fossilien zu suchen?
Als aktiver Forschungstagebau haben sich alle Gäste an die Vorgaben der Bergaufsicht zu halten, die der Betreiber der Grube Messel, die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) überwacht. Danach ist das Graben nach Fossilien nur den wissenschaftlichen Teams der SGN und des Hessischen Landesmuseums in Darmstadt erlaubt. Der Museumsverein in Messel, der sich in der Vergangenheit insbesondere für die Erhaltung der Grube eingesetzt hat, gräbt als Ausnahme unter der Leitung der SGN. Dennoch möchten wir auch unseren Gästen die Möglichkeit geben, nach Fossilien zu suchen.
Auf unserer Familienführung halten wir an einer der Ausgrabungsstellen an und bieten unseren Gästen an, Ölschiefer-Stücke aus der Grabungshalde mit ihren Händen zu spalten.

Was passiert mit der Ölschieferplatte, wenn man wirklich fündig wird?
Fossilien, die von unseren Gästen gefunden werden, schauen sich die Tourenbegleiter genauer an. Handelt es sich um ein Fossil von wissenschaftlicher Bedeutung, so wird es an das Grabungsteam der SGN übergeben.
Sollte es nicht vor Ort sein, packen wir es sicher ein und geben es an die Mitarbeiter der SGN. Auf allen Führungen in der Grube Messel gibt es mehrere Container-Stationen, in denen wir die Fossilien unserer Gäste sichern und nachfolgenden Gruppen zeigen.

Was war Ihr schönster Fund bisher?
Ich habe bereits an wissenschaftlichen Grabungen teilgenommen, aber mein Finderglück hält sich in Grenzen. Umso erfreulicher ist es, wenn Gäste etwas Besonderes finden. Ich erinnere mich an eine meiner Führungen, auf der eine Schülerin eine kleine Fledermaus entdeckt hat. Die Freude der gesamten Gruppe war groß. Nachdem die Schülerin ein Foto ihres Fundes gemacht hat, übergab ich es dem gerade vor Ort arbeitenden Grabungsteam der SGN.

Wir bedanken uns herzlich für das interessante Gespräch und wünschen weiterhin ein glückliches Händchen beim Ölschiefer-Spalten.

• empfohlen für Familien mit Kindern ab 4 Jahren
• für draußen und drinnen
• Öffnungszeiten: Mo bis So 10-17 Uhr | feiertags geöffnet
• Eintritt Besucherzentrum (Buchung): Kinder (7-18 J.) 8 Euro / Erwachsene 10 Euro
• Führung 1 Std Grube: 7 Euro pro Person (ab 7 J.)
• 64409 Messel, Roßdörfer Straße 108, Tel. (06159) 71759-0
www.grube-messel.de

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